Letzten Mittwoch oder Donnerstag hat mir ein anderer Praktikant die Altstadt gezeigt - sofern sie noch vorhanden ist. Er hatte ein Seminar darüber und konnte mir daher genau sagen, wo bis vor ca. 20-30 Jahren noch was für ein Gebäude stand. Damals wurden nur leider vieler der Gebäude abgerissen und durch wenig charmante (Halb)Hochhäuser ersetzt. Die Altstadt ist heute ein Teil des Central Business Districts. Tagsüber sind viele Leute dort zum arbeiten, aber abends ist es wie ausgestorben (das kommt nun wieder allen, die mit in Tokyo waren sehr bekannt vor)- denn das Leben auf der Straße spielt sich bekannte Weise ja eher im westlichen Teil der Innenstadt ab (da wo ich wohne). Noch etwas weiter östlicher als die Altstadt ist der Distillery District. Dort sind viele alte Fabrikgebäude - aber fast alle nicht mehr in Gebrauch. Einige von ihnen sind bereits umfunktioniert (Künstlerkram und so) bzw. durch Wohngebäude ersetzt wurden. Und das nennen wir Geographen liebevoll Gentrification :-) Hier stehen die Investoren aber im gegensatz zum Ruhrgebiet Schlange. Dieser Bereich zieht sich bis zur Waterfront. Die Gebäude fand ich allerdings nicht so beeindruckend. Und da gibt es nichts außer Wohnen (auch wenn man alles andere ja in 15 Minuten Fußweg erreichen kann). Die Fotos davon habe ich leider ausversehen gelöscht. Ich werde aber sicherlich nochmal dahin kommen. Von einem Bereich im Distillery-district habe ich noch
Fotos: Dort sind ein paar Cafes und er dient oft als Filmkulisse für Filme die im 19. Jh. spielen, da hier noch die ganzen Fabrikgebäude original erhalten sind. Unterwegs habe ich diese Eichhörnchen gesehen und es hat sich sogar fotografieren lassen. Hier gibt es keine braunen, nur schwarze (und wenn ich Emanuel richtig verstanden habe auch beige) Eichhorns :-)Dieses hier hat gerade Fell verloren - es bereitet sich auf den Sommer vor. Dann haben wir von diesem Stadtspaziergang noch diese Kirche hier in der Churchstreet, die ich nicht versehentlich gelöscht habe. Sie war die wichtigste (und ich glaub größte) Kirche hier, wo sich alle wichtigen Leute getroffen haben - im Vergleich zu unseren großen Kirchen ein Witz (aber immerhin groß genug um wieder einmal nicht auf das Foto zu passen, daher gibt es nur einen Innenansicht.



Am Donnerstag oder Freitag kamm morgens mein Chef zu mir und hat mich gefragt, ob ich mit ihm Mittag essen gehen möchte, damit er mich mal kennen lernen kann - sehr nett. das war der Mann, mit dem ich vorher schon immer Emailkontakt hatte. Über ihm steht nur noch der Chef des gesamten canadian Urban Instituts, der ehemalige Bürgermeister von Winnipeg. Naja, das Mittagessen mit dem 2. Chef war jedenfalls sehr angenehm. Er gehört zu den Personen, die langsam und deutlich sprechen. Wir haben uns über meine Uni, Studiengang und Interessensgebiete und Familie unterhalten. Er ist wohl zu allen Praktikanten sehr nett, habe ich gehört, aber er kann auch anders - was man an seinen steilen Stirnfalten sieht :-)
Am Wochenende habe ich nichts gemacht, weil ich (Magen-)krank war. Ist aber zum Glück wieder komplett weg :-)
Heute habe ich mir ein Zimmer in der Glasgowstreet neben dem Kensington market angesehen. Karoline, eine der 3 Mitbewohnerinnen des kleinen Hauses war sehr sehr nett und symphatisch. Nachher erfahre ich, ob es klappt. Ihian, ein Kollege von mir kannte der landlord und so bin ich ohne eigene Anstrengung an dieses Zimmer gekommen. Es gibt im Keller eine große Küche und es gibt 2 Badezimmer. Mein eigenes Zimmer ist sehr kahl, aber das lässt sich ja ändern.
Hier übrigens noch ein paar Fotos meiner Jugendherberge (mein 4-Bettzimmer und der Aufenthaltsraum (wo ich auch grad sitze): Wie man sieht: Die Lieblingsbeschäftigung der meisten hier: Partyfotos der letzten Nacht im Internet angucken :-)) Aber es gibt auch ein paar Leute, die am Laptop arbeiten.


Seit gestern habe ich übrigens eine neue Zimmernachbarin, die aus Deutschland kommt, Jura studiert hat, aber mit Schwerpunkt auf Brachflächenrecycling... und ich habe den Eindruck durch ihre Berufserfahrung bei z.B. Städteregion 2030 (oder wie das heißt) weiß sie genauso viel wie wir in unserem Studium gelernt haben. Sie hat auch mal mit einer Kollegin, die Anna und ich beim RVR hatten zusammengearbeitet... So klein ist die Welt. Sie sucht gerade einen Job hier, weil sie mit ihrem Freund hierhergezogen ist. Jetz wiederum kann sie davon profitieren, dass die Leute beim CUI (wo ich bin) auch viel mit Brachflächen zu tun haben... Vitamin B kann man da nur sagen.
das Seltsame hier ist nämlich: Es gibt zwar viele Jobs, aber die Arbeitgeber zögern, wenn man noch keine KANADISCHE Berufserfahrung hat.